Wissenschaftliches Gesamtkonzept
Hintergrund
Enterobakterien sind Bestandteil der normalen Darmflora von Mensch und Tier. Einige Enterobakterien sind jedoch in der Lage, Erkrankungen hervorzurufen oder Resistenzgene zu übertragen. Infektionsquellen für den Menschen sind primär tierische aber auch pflanzliche Nahrungsmittel.
Die Entstehung von Resistenzen von Bakterien gegen antimikrobielle Substanzen (Antibiotika) begann mit deren Einsatz in Human- und Tiermedizin. Bakterielle Resistenzen gegen β-Lactam-Antibiotika (z.B. Penicillin) und gegen Fluorchinolone (z.B. Ciprofloxacin) stellen neue Resistenzeigenschaften dar, welche die therapeutischen Möglichkeiten der Veterinär- und Humanmedizin dramatisch einschränken. Resistenzen gegen β-Lactam-Antibiotika kommen meinst dadurch zustande, dass die Bakterien Enzyme produzieren die das Antibiotikum zerstören, diese Enzyme heißen Extended Spectrum Beta-Lactamasen (ESBL).
Resistente Enterobakterien treten in verschiedenen Tierarten, der Umwelt, und Lebensmitteln genauso wie im Menschen auf, und werden innerhalb und zwischen diesen übertragen. Trotzdem sind die Bedeutung für die menschliche Gesundheit sowie die Übertragungsmechanismen resistenter Enterobakterien und Resistenzgene verschiedenen Ursprungs bisher noch kaum verstanden. Obwohl sich bereits eine Vielzahl von Studien mit Resistenzen und ihrer Ausbreitung beschäftigt haben, stellen die facettenreichen Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Wirten und Pathogenen sowie schnelle und sichere Untersuchungsmethoden immer noch Herausforderungen für Forscher und Gesundheitsbehörden dar.
Im Rahmen des Forschungsverbund RESET werden neue Erkenntnisse zur Epidemiologie, Molekulargenetik und Pharmakologie resistenter Bakterien gewonnen, die in ein Konzept zur Risikobewertung einfließen.
Die Arbeit im Verbund – Ziele und Kooperationen
Durch das konsequente Zusammenführen von Ergebnissen der verschiedenen Forschungsgebiete können Annahmen überprüft und Erkenntnislücken geschlossen werden.
Sowohl die prinzipielle Forschungsstruktur (direkte und indirekte Verknüpfung von epidemiologischen, molekulargenetischen und pharmakologischen Daten) als auch die im Verbund entwickelte Datenbank können auch zukünftig für weitere Studien oder z.B. weitere Erreger genutzt werden. Auf der Startseite der Datenbank finden Sie die Anzahl der aktuell eingetragenen Proben und Isolate.
Basierend auf diesen Ergebnissen werden Empfehlungen zur Verbesserung der Kontrolle von resistenten Bakterien, speziell ESBLExtended Spektrum β-Lactamasen- und PMQRPlasmid-Mediated Quinolone Resistance-tragenden E. coliEscherichia coli und S. entericaSalmonella enterica in Deutschland gegeben. Diese Empfehlungen können die Grundlage einer Strategie für die Kontrolle bakterieller Resistenzen in Deutschland bilden. Damit trägt der Forschungsverbund RESET aktiv zur Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) bei.
Förderung & Zeitraum
Der Forschungsverbund wir durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)Bundesministerium für Bildung und Forschung für drei Jahre gefördert, Projektbeginn war im November 2010.
Förderkennzeichen: 01K/1013A



